Martina Roters: Zeitmanagement für Texter – die zwei wichtigsten Zeitspar-Geheimnisse…

by Martina Roters on 30. Dezember 2007

…kommen im herkömmlichen Zeitmanagement einfach überhaupt nicht vor!

Wir lesen immer nur von Dingen wie

  • Ziele setzen
  • Aufgaben in Teilaufgaben zerlegen
  • ruhige Umgebung schaffen oder Umgebungswechsel vornehmen
  • E-Mails nie morgens lesen (Was ich persönlich übrigens für ziemlich schwachsinnig halte, denn wie will ich so die richtigen Prioritäten setzen?)
  • häufige Pausen einplanen
  • Belohnungen einsetzen
  • der Tyrannei des Dringenden entgehen und statt dessen am Wichtigen arbeiten
    usw.

 Doch Texten ist kreatives Geschehen. Und darum lassen sich viele Stunden „gewinnen“, die man mit den oben erwähnten Mitteln niemals reinholen könnte, wenn man seine Kreativität in den richtigen Schwung bringt. 

Ein Feuerwerk an Kreativität entfaltet sich nur in der richtigen Stimmung. Doch wie heißt nun die eine Million-Euro-Formel für die Schaffung der richtigen Stimmung?

Mir persönlich hilft es, eine bestimmte Musik zu hören. Welche? Nicht fragen!  Sealed

Vermutlich ist das von Mensch zu Mensch sowieso verschieden. Es gibt Texter, die hören Vivaldi, andere schwören auf Heavy Metal. Eine gute Alternative zum Musikhören sind für mich persönlich auch Workshop-CDs (Chris Mulzer).

Da wir Kreativität so dringend brauchen wie Astronauten Sauerstoff, dürfen wir sie vor allem niemals abwürgen.

Drum noch mal besser ausgedrückt als oben:  

Texten ist Kreatives geschehen lassen! Wenn es mich packt, lasse ich möglichst alles andere stehen und liegen und mache mich sofort ans Schreiben. Und wenn Umstände dies verhindern, halte ich die Grundidee zumindest als Kurznotiz im Handy fest, Denn es ist zwar nicht zu glauben, aber es stimmt: Selbst die tollste und genialste Idee ist sonst unwiderruflich weg.

Und wenn während eines Schreibvorgangs plötzlich Gedanken zu einem anderen Projekt auftauchen, dann wechsle ich sofort die Datei und arbeite daran weiter! Voraussetzung ist natürlich, dass man nie auf den letzten Drücker arbeitet.

Apropos letzter Drücker: Mein Zeitspar-Chance Nummer 2. Der letzte Drücker, der Klick auf die Sende-Taste, um dem Kunden den fertigen Entwurf zu schicken, ist besonders bei noch nicht so routinierten Textern ein gewaltiger Zeitfresser.  Wenn ich hinterher meine Vorgehensweise nochmals überdenke, stelle ich oft fest, dass mich dieser Moment indirekt wieder mal Stunden gekostet hat. Ich bin übrigens froh, dass er noch nie von einem Langzeit-EKG eingefangen wurde, denn vermutlich könnte ein Arzt als Vergleich nur noch die Reaktion eines Astronauten beim Raketenstart heranziehen.

Merke also: Nach 2-maligem Durchgehen des Texts (mit Abstand!!), nach Korrektorat (am besten jedes Wort von hinten nach vorn!) ist es höchste Zeit, ohne jedes weitere Zaudern auf "Senden" zu klicken.

Denn: Es gibt ihn nicht, den perfekten Werbetext. Kein Mensch kann vorhersehen, wie sich ein Text in der Praxis bewähren wird. Ein gutes Gewissen reicht zum Abschicken aus. Alles weitere Herumdrucksen ist Zeit, die uns selbst, unserer Familie oder unserem nächsten Projekt abgeht.

Just do it!

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PS: Und was tun Sie, um Ihre Kreativität so richtig anzufachen?

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uhi Januar 9, 2008 um 22:48

Hi Martina,

danke für diesen tollen Beitrag. Ich möchte dazu nur folgendes hinzufügen:
bis vor gut einem halben Jahr stand ich kurz davor, alles hinzuschmeissen und mich wieder nach einem gut bezahlten Manager-Posten umzusehen. Doch dann dachte ich mir: “Hey Uwe, du bist doch extra aus der Industrie ausgestiegen, um endlich das zu tun, was du schon immer wolltest. Du wolltest Abwechslung und deine Ideen verwirklichen. Was ist passiert?”

Hm, dachte ich mir. Das ist mal eine gute Frage. Und ich begann, mal über mein tägliches Leben nachzudenken und meinen Tagesablauf genauer unter die Lupe zu nehmen.

Und ziemlich schnell kam ich auf mein Hauptproblem: ich wurde getrieben, ich war nicht mehr Herr meiner Zeit, sondern die beiden größten Nervtöter unserer Tage – Telefon und E-Mail – waren meine (un)heimlichen Herrscher.

Dazu kam, dass ich das wirklich geniale Buch “The 4-hour-Workweek” von Tim Ferriss gelesen hatte. Wer es nach diesem Buch nicht verstanden hat, seine Zeit besser zu organisieren, der hat die freie Zeit auch nicht verdient!

Und ich änderte nur ein einziges Element in meinem Tagesablauf …

(was genau das war, erfahren Sie, wenn Sie

Endlich mal Zeit zum Arbeiten (copy and paste)

links unten in der Suche eintippen)

Uwe Hiltmann November 12, 2010 um 17:15

Und hier die Fortsetzung für die, die den Artikel nicht gefunden haben:
http://blog.profi-texter-forum.de/allgemein/17-zeitmanagement-2-endlich-mal-zeit-zum-arbeiten.php

Beste Grüße
Uwe

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