März 17, 2011
Social Media Marketing und Web 2.0 sind in aller Munde. Und ganz offensichtlich nicht immer in berufenem. Gekaufte Blogbeiträge für Produktbewertungen, plumpe Werbe-Anmache und PR-Kampagnen auf sozialen Plattformen, ein hölzerner, unsicherer Umgang mit den sozialen Medien… sollte doch längst der Vergangenheit angehören. – Dachte ich. Was hab ich mich geirrt!
Wie Unternehmen reihenweise auf dem Social-Media-Glatteis ins Schleudern kommen
Was da große Unternehmen, Einzelkämpfer in Vertriebsstrukturen und selbst ernannte Internet-Marketing-Gurus in Facebook und Twitter radebrechen ist schon beim Zuschauen schmerzhaft. Sie begreifen einfach das Prinzip Social Media Marketing nicht. Warum? Weil sie den Kern – die soziale, zwischenmenschliche Komponente – dabei ignorieren. Sie vergessen das Grundprinzip, das von Beginn an das Internet dominiert hat: die Suche und Bereitstellung von Informationen.
Die Komponente des globalen Austauschs von Informationen und simplen Small Talks – die Spaß-Komponente – hat nach und nach mehr Gewicht bekommen. Doch nach wie vor ist kein User scharf darauf (ausgenommen wir Werbeleute und möglicherweise Rechtsanwälte von Berufs wegen), Werbebotschaften und nutzlose Selbstbeweihräucherung von Unternehmen zu konsumieren.
Nestlé, die Deutsche Bahn, TelDaFax, die australische Commonwealth Bank – nur einige populäre Beispiele – erlebten in letzter Zeit ihr Social-Media-Waterloo. Aus verschiedenen Gründen. Und doch gibt es da offensichtlich Parallelen:
Die Basis-Zutaten für Social Media Desaster
- Unkenntnis und Ignoranz der Funktionsweise sozialer Medien,
- das 1:1 Anwenden alter Marketing-Prinzipien auf soziale Plattformen,
- eingleisige Perspektive auf die Internet-User als Werbekonsumenten und potenzielle Käufer,
- Betrachtung sozialer Medien als weiteren One-Way-Vertriebskanal statt als Kommunikations-Netzwerk,
- die Illusion, mit geringen Kosten schnell viel Geld zu verdienen,
- Unterschätzung der Marktmacht der Kunden und Communities,
- die Illusion, die Kommunikation in sozialen Netzwerken steuern zu können und unter Kontrolle zu haben,
- ins Social Media Marketing einzusteigen, weil man es “muss”, ohne Ziel und Plan,
- fehlende Social Media Strategie,
- mangelnde Integration der Social Media Aktivitäten in die gesamte Unternehmens-Kommunikation.
Gier ist auch hier ein schlechter Ratgeber.
Denn sie wissen nicht, was sie tun…
Die Idee, Ihre Kunden auf Ihren Facebook-Fanpages und Blogs zu Wort kommen zu lassen, ist ganz im Sinne von Social Media Marketing. Eine kostengünstigere Marktforschung bei gleichzeitiger Publicity ist kaum möglich. Sie stehen in permanentem Kundenkontakt. Nur eines dürfen Sie dabei nicht vergessen:
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Februar 22, 2011
… Lieber tröpfchenweise statt mit der Gießkanne!
„Man nehme neue XING- Kontakte und schütte sie sofort mit Werbung zu.“
Nach diesem Rezept ging wahrscheinlich die Dame vor, die neulich mit mir über XING Kontakt aufnahm. „Wegen meines interessanten Profils“.
Die Freude über den neuen Kontakt verpuffte gleich am nächsten Tag. Denn ich bekam sofort eine Werbe-E-Mail – für ein Online-Seminar und gleich mal dreist mit Teilnahmebestätigung.
„ Wie vereinbart (?) schicke ich Ihnen die Teilnahmebestätigung“ … LUKRATIVES ZUSATZEINKOMMEN! …Unten auf Link klicken, Termin bestätigen und einen Platz sichern.”
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